Demo gegen Glyphosat, von links: Mäggi Eisermann, 2.Vorsitzende, Biobäckermeister Markus Knuf, Mitglied, Rolf Brinkmann, 1.Vorsitzender

Kurzdarstellung ecovillage e.V.  

Aufgrund des Interesses des Unterzeichners an Ökodörfern, wurden ab der ersten Hälfte der 1990er Jahre eine Reihe dieser Projekte im In- und Ausland besucht. In diesem Kontext wurde auch Kontakt aufgenommen zu dem Verein „Informationsdienst Ökodorf“ mit Sitz in Heidelberg, der die Zeitschrift „Ökodorf Informationen“ herausgab. Mitte der 90er wurde der Verein übernommen und firmierte jetzt als Ökodorf e.V. Zu Beginn des neuen Jahrtausends führte eine erneute Namensänderung zu der Bezeichnung ecovillage e.V. Der Verein mit etwa 50 Mitgliedern, die sich über ganz Deutschland verteilen, hat seinen Sitz in Osnabrück, ist eingetragen und gemeinnützig, wie auch vom OLG Oldenburg berechtigt, Bußgelder anzunehmen.

Die Zeitschrift „Wohnung+Gesundheit“ dient als Infoorgan und hier erscheinen auch entsprechende Vereinsartikel. Die Homepage ist www.ecovillage.de Der Zweck des Vereins ist die Förderung des Umweltschutzes und der Gemeinschaft, unter anderem durch die Unterstützung/den Betrieb besonderer Modelleinrichtungen, die hier als ecovillages/Ökodörfer bezeichnet werden. Ökodörfer im Sinne des Vereins sind Siedlungen/Quartiere, die von den EinwohnerInnen eigens oder vorzugsweise zu dem Zweck geplant, errichtet, wiederhergestellt/verbessert werden, damit sie umweltfreundliche und gemeinschaftliche Lebens- und Wirtschaftsformen praktizieren können.

Der Vorstand besteht aus Mäggi Eisermann, 2. Vors.; Stefan Brüwer, Finanzen; Rolf Brinkmann, 1. Vors.

Angeregt durch die Besuche bei Ökodorfprojekten reifte die Idee, ein solches Vorhaben auch in Osnabrück zu realisieren. Ab Mitte der 90er wurde von einer Gruppe ein entsprechendes Projekt entwickelt, weiterhin wurden andere Beispiele besucht und Grundstücke in und um Osnabrück besichtigt. Letztlich kam eine zur Verfügung stehende Fläche von zwei ha auf dem Gelände der ehemaligen General-Martini-Kaserne auf dem Kalkhügel in die engere Wahl. Obschon der Grundstückspreis sehr attraktiv und ein Konzept erarbeitet war, scheiterte das Projekt leider kurz nach der Jahrtausendwende.

Aufgrund von Meldungen darüber, daß die Grüne Gentechnik außer wirtschaftlichen Verwerfungen, immense gesundheitliche Gefahren für Mensch und Tier in sich birgt, wurde in diesem Kontext als erste Aktion der Landwirt und Träger des Alternativen Nobelpreises Percy Schmeiser aus Kanada zu einem Vortrag eingeladen. Percy hatte sich in seinem Heimatland mit dem Gentechnikkonzern Monsanto angelegt. Bei der Veranstaltung in Glandorf 2008 durften wir etwa 400 TeilnehmerInnen begrüßen.

In der Folge dieses Events waren und sind wir schwerpunktmäßig im Gesamtbereich Landwirtschaft, aber besonders gegen Gentechnik, Pestizide, Antibiotika und Hormone in der Tiermast und für biologische Erzeugung aktiv. Vortragsveranstaltungen in diesem Kontext haben wir auch organisiert mit Prof. Andrioli aus Brasilien und dem Aktivisten Jörg Bergstedt. Als Demonstration gegen die Grüne Gentechnik wurde 2010 eine Aktion mit 35 Traktoren und Landwirten als Sternfahrt nach Osnabrück durchgeführt. Am zentralen Treffpunkt Ledenhof wurden Reden gehalten von dem EU-Abgeordneten Gräfe zu Baringdorf, dem Vorsitzenden des Milchviehverbandes Romuald Schaber aus Bayern und dem Imkerverbandsvorsitzenden Horst Heemann. 2015 haben wir einen Vortrag von Frau Prof. Krüger, Leipzig, wegen des giftigen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Saerbeck organisiert, zu dem rund 150 Personen gekommen waren. Auch aus Protest gegen Glyphosat wurde kürzlich ein Presseartikel dazu aufgrund eines Interviews mit uns in der NOZ veröffentlicht. Die eigentlich nicht zuständige EU-Kommission verlängerte die Zulassung nicht mehr wie vorgesehen um 15 Jahre, sondern nur noch um 18 Monate.

Bei den kürzlichen Aktionen aus Gründen des Umweltschutzes gegen den Bau einer Kartbahn am Nettebad, hat sich der Verein aktiv beteiligt.

Als in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts bekannt wurde, daß das englische Militär aus Osnabrück abziehen und 1400 Wohneinheiten sowie 160 ha Kasernenflächen freisetzen würde, keimte vor dem Hintergrund des um die Jahrtausendwende gescheiterten Projekts der ökologischen Gemeinschaftssiedlung die Idee, ein vergleichbares Vorhaben erneut anzugehen. Eine kleine Gruppe Interessierter fand sich zusammen, die sich aufgrund von Öffentlichkeitsarbeit vergrößerte. Viele organisatorische und fachliche Treffen wurden abgehalten und ein Konzept entwickelt. 2011 gelang es tatsächlich einer Vereins-unabhängigen Kerngruppe mit einer bestimmten Rechtsform 19 Reihenhäuser auf dem Sonnenhügel von der Bima zu kaufen. Die ökologisch orientierte Gemeinschaftssiedlung ist so organisiert, daß den einzelnen Parteien jeweils ein Haus gehört und es außerdem Gemeinschaftseigentum gibt.

Rolf Brinkmann, ecovillage e.V.